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Zentrale Lüftungsanlage im Altbau nachrüsten: Die Lösung bei Kernsanierung

Zentrale Lüftungsanlage im Altbau nachrüsten: Die Lösung bei Kernsanierung

Frederik Hermans Frederik Hermans
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Inhaltsverzeichnis



Das Wichtigste in Kürze

  • Eine zentrale Lüftungsanlage ist unsere erste Empfehlung, wenn sie baulich möglich ist. Sie arbeitet leiser, gleichmäßiger und effizienter als dezentrale Lösungen.

  • Nach der Sanierung reicht Fensterlüften nicht mehr aus. Wird Luft mechanisch abgeführt, muss Zuluft gezielt nachströmen, sonst entstehen Unterdruck und Feuchteprobleme.

  • Lüftungssystem C ist die einfache Lösung. Die Zuluft erfolgt über Fensterlüftungsgitter, die beim Fenstertausch oder in der Sanierungsplanung rechtzeitig eingeplant werden müssen.

  • Lüftungssystem D ist die Komfortlösung: Mechanische Zu- und Abluft mit Wärmerückgewinnung, deutlich effizienter, aber teurer und vor allem bei Passivhäusern oder sehr tiefen Sanierungen notwendig.

  • ViaThermo senkt Kosten um bis zu 30 % durch klare Planung, Eigenleistung und Meisterabnahme bei voller Gewährleistung.

  • Wir setzen auf bewährte Lösungen wie Renson Invisivent Comfort und Healthbox 3.0, weil sie im Altbau zuverlässig, leise und in vielen Fällen kosteneffizient unter 5.000 Euro realisierbar sind.

Warum zentrales Lüften schon in der Planungsphase entscheidend ist.

Nach einer Sanierung ist ein Altbau deutlich dichter als früher. Neue Fenster und bessere Dämmung halten die Wärme im Haus, verhindern aber auch den natürlichen Luftaustausch. Genau an diesem Punkt wird eine zentrale Lüftungsanlage relevant. 

Feuchtigkeit aus Duschen, Kochen und dem täglichen Wohnen bleibt länger im Gebäude. Beschlagene Fenster, schwere Luft oder erste Schimmelstellen sind oft die Folge. Das ist kein Nutzungsfehler, sondern eine direkte Konsequenz der dichteren Gebäudehülle.

Viele unserer Kunden erleben genau das erst nach Abschluss der Sanierung. Zu diesem Zeitpunkt sind jedoch bereits wichtige Entscheidungen gefallen, die sich nur noch eingeschränkt korrigieren lassen.

Lüftung mitdenken, wenn Fenster und Dämmung geplant werden

Der richtige Zeitpunkt für ein Lüftungskonzept liegt nicht nach, sondern vor der Sanierung. Spätestens wenn neue Fenster oder Dämmmaßnahmen geplant werden, sollte klar sein, wie der zukünftige Luftaustausch funktioniert.

Bestimmte Lösungen lassen sich nur in dieser Phase sauber umsetzen. Fensterlüftungsgitter müssen zum Beispiel direkt bei der Fensterplanung berücksichtigt werden. Und auch Leitungswege für eine zentrale Lüftungsanlage lassen sich deutlich besser integrieren, wenn Decken, Böden oder Schächte im Zuge der Sanierung ohnehin geöffnet sind. 


FensterlüftungsgitterFensterlüftungsgitter, credits Renson.



Wird dieser Schritt zu spät bedacht, sind Systeme wie zum Beispiel das Lüftungssystem C (mit Fensterlüftungsgittern) später nur mit hohem Aufwand oder gar nicht mehr realisierbar.

Wie viel „frische Luft” braucht ein Mensch tatsächlich?

Lüftung ist kein Gefühlsthema, sondern lässt sich klar beziffern. Nach gängiger Normung wird für Wohnräume ein Mindestluftvolumen von rund 30 m³ Frischluft pro Person und Stunde angesetzt. Dieser Wert gilt als notwendig, um CO₂, Feuchtigkeit und Gerüche zuverlässig abzuführen.

Zum Vergleich: Ein Erwachsener gibt allein durch Atmung und normales Wohnen etwa 40 bis 60 Gramm Feuchtigkeit pro Stunde an die Raumluft ab. Beim Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen steigt dieser Wert deutlich. In einem gut gedämmten Altbau kann diese Feuchte ohne geregelten Luftwechsel nicht mehr ausreichend entweichen.

Fensterlüften allein erreicht diese Luftmengen nur dann, wenn sehr regelmäßig und richtig gelüftet wird. In der Praxis passiert das selten konsequent genug. Viele unserer Kunden unterschätzen, wie oft und wie lange Fenster tatsächlich geöffnet werden müssten, um die erforderlichen Luftmengen sicher zu erreichen.

Lüftung ist in Österreich baurechtlich mitgedacht

In Österreich verlangen die OIB-Richtlinien bei Neubauten und umfassenden Sanierungen, dass eine ausreichende Belüftung der Wohnräume sichergestellt wird. Eine luftdichte Gebäudehülle darf nicht dazu führen, dass Feuchtigkeit und Schadstoffe im Gebäude verbleiben.

Für die konkrete Auslegung kontrollierter Wohnraumlüftung dient die ÖNORM H 6038 als zentrale technische Referenz. Sie beschreibt, welche Luftmengen erforderlich sind und wie Zu- und Abluft geplant, ausgeführt und betrieben werden müssen.

Nicht vorgeschrieben ist ein bestimmtes System. Entscheidend ist, dass die erforderlichen Luftvolumenströme dauerhaft, nachvollziehbar und nutzerunabhängig erreicht werden.

In der Praxis lässt sich das bei dichten Gebäuden nur mit geregelten Lüftungslösungen zuverlässig umsetzen. Das kann entweder über dezentrale Wohnraumlüftung erfolgen, die raumweise arbeitet, oder über ein zentrales Lüftungssystem, das den Luftaustausch für die gesamte Wohnung übernimmt.

Welche Lösung sinnvoller ist, hängt vom Sanierungsumfang, den baulichen Möglichkeiten und dem gewünschten Komfortniveau ab. Wenn Sie unsicher sind, welches Lüftungssystem für Ihr Projekt am sinnvollsten ist, beraten wir Sie gerne persönlich und auf Basis Ihres Grundrisses.


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Was ist eine zentrale Lüftungsanlage und wie funktioniert sie

Eine zentrale Lüftungsanlage besteht aus einem zentralen Lüftungsgerät, einer Luftverteilung über Leitungen, Zu- und Abluftauslässen in den einzelnen Räumen und Filtern zur Luftreinigung. Die Luft wird also nicht im Raum selbst bewegt, sondern von einem Punkt aus gezielt durch die Wohnung geführt.


Zentrale Lüftungsanlage

Zentrale Lüftungsanlage


Wird Luft mechanisch abgeführt, ohne dass die Zuluft von Anfang an mitgeplant wird, entstehen Unterdruck, Zugerscheinungen oder eine ungleichmäßige Luftverteilung. Zu- und Abluft müssen deshalb immer gemeinsam gedacht werden, und zwar früh in der Planung, bevor Fenster, Decken oder Böden festgelegt sind.

„Man muss zuerst wissen, wie Luft geführt werden soll, bevor man mit der Sanierung beginnt. Sonst entscheidet der Bauablauf und nicht das passende Lüftungssystem.“ - Norbert, Heizungsmeister, ViaThermo GmbH

Was versteht man unter Zu- und Abluft im Wohnbau

Im Wohnbau beschreibt Zu- und Abluft die gezielte Richtung, in der Luft durch eine Wohnung geführt wird.

Zuluft für Wohnräume

Zuluft ist frische Außenluft, die bewusst in jene Räume eingebracht wird, in denen man sich lange aufhält. Das sind Wohnräume, Schlafzimmer, Kinderzimmer oder Arbeitszimmer. Hier soll die Luft frisch, sauerstoffreich und möglichst zugfrei sein.

Abluft für Nutzräume

Abluft ist verbrauchte Luft, die gezielt aus anderen Räumen abgeführt wird. Dazu zählen Bad, WC, Küche und Abstellräume. Dort entstehen Feuchtigkeit und Gerüche, die abgeführt werden sollen, bevor sie sich im Wohnbereich verteilen.

Der entscheidende Punkt ist die klare Trennung dieser Bereiche. Frische Luft kommt dort hinein, wo gewohnt wird. Verbrauchte Luft geht dort hinaus, wo sie entsteht.

Was also können Sie tun, um eine kontrollierte Wohnraumlüftung zu erreichen?

Das Nachrüsten einer zentralen Lüftungsanlage

Das Nachrüsten einer zentralen Lüftungsanlage ist technisch möglich, aber an klare Voraussetzungen gebunden. Der entscheidende Faktor ist die Kernsanierung. Erst wenn Decken, Böden oder Schächte ohnehin geöffnet oder neu aufgebaut werden, lassen sich Leitungswege sauber, leise und dauerhaft zuverlässig integrieren.

Viele unserer Kunden stehen genau an diesem Punkt der Planung. Es geht nicht mehr um die Frage, ob nachgerüstet werden soll, sondern um die Frage, wie tief die Sanierung geht und welches System dazu passt. 

Ohne Platz für Leitungen wird die zentrale Lösung schnell teuer oder optisch unsauber. Mit einer Kernsanierung hingegen eröffnen sich mehrere technisch saubere Optionen.

Sobald feststeht, dass Leitungswege im Zuge der Sanierung realistisch sind, stellt sich die nächste zentrale Frage:

Welches zentrale Lüftungssystem ist für den Altbau die bessere Wahl?

Im Wohnbau haben sich dafür zwei Systeme etabliert: Lüftungssystem C und Lüftungssystem D. Beide folgen dem gleichen Grundprinzip von Zu- und Abluft, unterscheiden sich aber deutlich im Aufwand, in der Komplexität und in den Kosten.

Welche Lösung sinnvoll ist, hängt weniger vom Gerät als vom Sanierungsumfang, den baulichen Gegebenheiten und den Erwartungen an Komfort und Budget ab. Genau diese Unterschiede schauen wir uns jetzt im Detail an.

Lüftungssystem C: natürliche Zuluft, zentrale Abluft

Beim Lüftungssystem C wird verbrauchte Luft zentral aus den Feuchträumen abgesaugt. Frische Außenluft strömt gleichzeitig natürlich über Fensterlüftungselemente in die Wohn- und Schlafräume nach. So entsteht ein kontinuierlicher Luftaustausch ohne aufwendige Zuluftleitungen.


Fensterlüftung System C

Fensterlüftung System C


Wie funktioniert das Lüftungssystem C?

In Bad, WC, Küche und Abstellräumen werden Abluftventile montiert, die über Leitungen mit einem zentralen Abluftgerät verbunden sind. Dieses erzeugt einen leichten Unterdruck und führt feuchte und geruchsbelastete Luft zuverlässig aus der Wohnung ab.

Die Zuluft erfolgt passiv über selbstregulierende Fensterlüftungselemente in Wohn- und Schlafräumen. Sie reagieren auf Druckunterschiede und lassen genau so viel Frischluft einströmen, wie durch die Abluft abgeführt wird. Dadurch bleibt die Luftbewegung ruhig und zugfrei und das System arbeitet technisch stabil.

Die Vorteile von Lüftungssystem C im Altbau

  • Günstiger Einstieg in die zentrale Lüftung, häufig unter 5.000 Euro

  • Wenig Lärm, da das zentrale Gerät nicht in Wohnräumen sitzt

  • Einfachere Planung, weil die Zuluft passiv funktioniert

  • Gut kombinierbar mit Sanierungen, auch ohne vollständigen Umbau aller Decken

Gerade bei sanierten Altbauten mit neuen Fenstern, innenliegenden Bädern oder wiederkehrenden Feuchteproblemen bietet das Lüftungssystem C ein sehr gutes Verhältnis aus Aufwand, Kosten und Ergebnis.

Nachteile des Lüftungssystems C im Altbau

Beim Lüftungssystem C gibt es Grenzen, die man im Altbau realistisch einordnen sollte. Der geringere technische Aufwand bringt klare Vorteile, bedeutet aber auch weniger Komfortfunktionen.

  • Keine zentrale Wärmerückgewinnung. Für Passivhäuser relevant, im klassischen Altbau meist kein Nachteil.

  • Zuluft wird nicht aktiv temperiert, sondern folgt der Außentemperatur.

  • Einfachere Regelung der Luftmengen pro Raum im Vergleich zu System D

  • Außenlärm (wie bei anliegenden Autobahnen) muss bei der Auswahl der Fensterlüftungselemente mitbedacht werden

Lüftungssystem C ist keine Komfort-Maximallösung, sondern eine pragmatische und bewährte Form der zentralen Lüftung. Im Altbau funktioniert sie besonders gut, wenn Einfachheit, Ruhe und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen, und ist deshalb in vielen Sanierungsprojekten unsere bevorzugte Lösung.

Lüftungssystem D: Zu- und Abluft mit Wärmerückgewinnung

Das Lüftungssystem D ist die technisch umfassendere Form der zentralen Wohnraumlüftung. Im Unterschied zu System C werden hier sowohl Zu- als auch Abluft vollständig mechanisch geführt. Zusätzlich nutzt das System die Wärme der abgeführten Luft, um die frische Außenluft vorzuwärmen.


Lüftungssytem DLüftungssytem D


Wie funktioniert das Lüftungssystem D?

Ein zentrales Lüftungsgerät übernimmt die komplette Luftführung der Wohnung. Über ein Rohrsystem wird frische Außenluft in die Aufenthaltsräume eingebracht, während die Abluft aus den Feuchträumen abgesaugt wird.

Das zentrale Bauteil ist der integrierte Wärmetauscher. Er entzieht der abgeführten Raumluft einen großen Teil ihrer Wärme und überträgt diese auf die einströmende Außenluft. So wird die Zuluft vorgewärmt, Heizenergie eingespart und der Luftwechsel ganzjährig komfortabel umgesetzt.

Die Vorteile von Lüftungssystem D

System D bietet ein sehr hohes Maß an Kontrolle und Komfort. Genau deshalb wird es häufig in Neubauten eingesetzt.

  • Sehr definierte Luftmengen in allen Räumen

  • Hohe Energieeffizienz durch Wärmerückgewinnung

  • Hoher Komfort, besonders im Winter bei kalter Außenluft

  • Unabhängig von Fensterlüftung und Nutzerverhalten

Viele unserer Kunden schätzen vor allem, dass Frischluft auch bei geschlossenem Fenster gleichmäßig und temperiert in die Räume kommt.

Nachteile des Lüftungssystems D im Altbau

Im Altbau zeigt sich jedoch die Kehrseite dieses Komforts. System D stellt deutlich höhere Anforderungen an Planung und Ausführung.

  • Deutlich mehr Leitungen, da Zu- und Abluft geführt werden müssen

  • Schwieriger zu verstecken, besonders ohne ausreichende Decken- oder Bodenaufbauten

  • Hoher Planungsaufwand, damit das System leise und effizient bleibt

  • Höhere Kosten, durchschnittlich zwischen 7.000 und 10.000 EUR

  • Nicht nachrüstbar und muss schon in der Sanierungsplanung bedacht werden

System D funktioniert im Altbau vor allem dann gut, wenn wirklich eine umfassende Kernsanierung geplant ist und Decken, Böden und Schächte von Anfang an für die Lüftung mitgedacht werden.

Der Vergleich von Lüftungssystem C und D im Überblick


Kriterium

Lüftungssystem C

Lüftungssystem D

Zuluft

Natürlich über Fensterlüftungselemente

Mechanisch über Zuluftleitungen

Abluft

Zentral, mechanisch und bedarfsgesteuert

Mechanisch und bedarfsgesteuert

Wärmerückgewinnung

Keine zentrale Wärmerückgewinnung

Zentrale Wärmerückgewinnung

Rohrnetz

Überschaubar, hauptsächlich Abluftleitungen

Deutlich umfangreicher, Zu- und Abluftleitungen

Planungsaufwand

Vergleichsweise gering

Hoch, genaue Planung zwingend erforderlich

Eignung im Altbau

Sehr gut bei Sanierungen mit begrenzten Eingriffen

Gut, aber nur bei echter Kernsanierung

Kosten Richtwert

Häufig unter 5.000 Euro

Meist zwischen 7.000 und 10.000 Euro

Typischer Einsatz

Sanierter Altbau, Fokus auf Ruhe und Wirtschaftlichkeit

Neubau oder tiefgreifend sanierter Altbau

Unsere Erfahrung mit Lüftungssystem C und D in der Praxis

In der Theorie funktionieren beide Systeme gut, wenn man eine Lüftung nachrüsten möchte. In der Praxis zeigt sich im Altbau jedoch sehr schnell, welche Lösung zum Gebäude passt und welche nicht.

Bei den meisten Sanierungsprojekten ist System C die wirtschaftlichere und robustere Lösung. Nicht, weil es weniger kann, sondern weil es unter realen Bedingungen einfacher umzusetzen ist.

Lüftungssystem C bewährt sich besonders, wenn:

  • eine technisch saubere und zuverlässige Lösung mit überschaubarem baulichem Aufwand gesucht wird

  • ein leiser, unauffälliger Betrieb im Alltag wichtig ist

  • eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung im Vordergrund steht

Typisch sind Kombinationen aus kontrollierter Fensterlüftung für die Zuluft und einer zentralen, bedarfsgesteuerten Abluft. Beispiele dafür sind Lösungen mit Invisivent Comfort für die Zuluft und einer zentralen Einheit wie der Healthbox 3.0. Auf die Produkte selbst gehen wir später noch genauer ein.

System D kommt im Altbau deutlich seltener zum Einsatz. Es lohnt sich vor allem dann, wenn ohnehin sehr tief saniert wird und die Lüftung von Anfang an mitgedacht werden kann.

System D ist sinnvoll, wenn:

  • Decken, Böden und Schächte vollständig neu aufgebaut werden

  • maximale Kontrolle über Zu- und Abluft gewünscht ist

  • Wärmerückgewinnung ein zentrales Planungsziel ist

Der höhere Aufwand für Leitungsführung und Planung macht System D anspruchsvoller. Geräte wie Flux+ Flat sind zwar kompakt, ändern aber nichts an der grundsätzlichen Logik: Ohne Platz für Leitungen funktioniert das System nicht sauber.

Unser Fazit aus der Praxis:
Im Altbau entscheidet nicht das technisch bessere System, sondern das realistisch umsetzbare.

Im nächsten Abschnitt zeigen wir, wie Lüftungsrohre im Altbau tatsächlich versteckt werden können und welche Lösungen sich dabei bewährt haben.

Wie versteckt man Lüftungsrohre

Viele unserer Kunden kommen mit der Sorge, dass Lüftungsrohre zwangsläufig Wohnraum kosten oder den Charakter eines Altbaus verändern. Das ist verständlich, trifft aber so nicht zu, wenn früh genug geplant wird. 

Hauptleitungen benötigen in der Regel etwa 125 mm Durchmesser. Ab den Verteilern lassen sich die Leitungen jedoch deutlich flacher ausführen, meist mit rund 120 mm Breite und nur etwa 60 mm Höhe. Dadurch können sie unauffällig in Decken, Böden oder bestehenden Installationszonen verschwinden.

Entscheidend ist dabei nicht nur der Platzbedarf, sondern die Führung. Je klarer und geradliniger die Leitungen geplant sind und je weniger Bögen nötig sind, desto leiser und effizienter arbeitet das gesamte System.

Grundprinzip: Leitungen dort führen, wo man sie nicht sieht

Im Altbau gibt es drei Bereiche, die sich für die Rohrführung besonders bewährt haben. Welche Variante passt, hängt vom Sanierungsumfang und vom Grundriss ab.

  1. Abgehängte Decken in Fluren und Nebenräumen

Der Flur ist oft der Schlüssel. Hier lassen sich Leitungen bündeln und sternförmig in die einzelnen Räume verteilen.

Vorteile

  • Wohnräume bleiben optisch unberührt

  • Leitungen können kurz gehalten werden

  • Sehr gut kontrollierbar in Planung und Ausführung

Viele unserer Kunden entscheiden sich für diese Lösung, weil sie den geringsten Eingriff bei gleichzeitig hoher Flexibilität bietet.

  1. Verlegung im Bodenaufbau

Diese Variante ist technisch sehr sauber, aber nur sinnvoll, wenn der Boden ohnehin neu aufgebaut wird.

Geeignet, wenn

  • Estrich und Dämmung im Zuge der Sanierung erneuert werden

  • ausreichend Aufbauhöhe vorhanden ist

Hier verschwinden die Leitungen vollständig, was optisch die eleganteste Lösung ist. Ohne geplanten Bodenaufbau ist diese Variante jedoch meist nicht wirtschaftlich.

  1. Schächte, Abstellräume und bestehende Installationszonen

Altbauten bieten oft unterschätzte Möglichkeiten. Abstellräume, Kaminzüge oder bestehende Schächte lassen sich gezielt nutzen, um Leitungen vertikal oder gebündelt zu führen.

Vorteile

  • kaum sichtbare Eingriffe

  • besonders geeignet für Steigleitungen

Diese Lösungen sind immer individuell und erfordern Erfahrung in der Planung. Und je klarer die Luftführung geplant ist, desto leiser, effizienter und unauffälliger arbeitet die zentrale Lüftungsanlage später im Alltag.

Was kostet eine zentrale Lüftungsanlage in Österreich?

Eine der häufigsten Fragen in der Beratung lautet: Was kostet es, eine zentrale Lüftungsanlage nachzurüsten? Eine realistische erste Antwort lautet:

In der Praxis liegen die Gesamtkosten meist zwischen rund 4.000 und 8.000 Euro.

Der entscheidende Punkt dabei ist:
Es hängt weniger vom Lüftungsgerät ab als von Sanierungstiefe, Rohrführung und baulichen Voraussetzungen.

Die Kosten zentraler Lüftungsanlagen im Überblick

Auf Basis unserer Projekte im Raum Wien und Umgebung lassen sich folgende realistische Richtwerte nennen:

Die Kosten beim Lüftungssystem C

Bei System C liegt der Fokus auf einfacher Technik, wenig Rohrführung und ruhigem Betrieb. Typisch sind Kombinationen aus kontrollierter Fensterlüftung und zentraler, bedarfsgesteuerter Abluft.

In der Praxis kommen hier oft Lösungen zum Einsatz wie:

  • selbstregulierende Fensterlüftungselemente wie Invisivent Comfort für die Zuluft

  • zentrale Ablufteinheiten wie die Healthbox 3.0, die Feuchte und Nutzung raumweise erfasst

Kostenrahmen:
Häufig unter 5.000 Euro, wenn:

  • die Rohrführung kompakt gehalten werden kann

  • die Sanierung ohnehin läuft

  • keine aufwendigen Decken- oder Bodenaufbauten nötig sind

Die meisten entscheiden sich für diese Lösung, weil sie leise, robust und technisch wenig anfällig ist und sich gut in sanierte Altbauten integrieren lässt.

Kosten reduzieren durch Eigenleistung mit ViaThermo

Ein wichtiger Hebel bei den Gesamtkosten ist die Montage. ViaThermo bietet hier die Möglichkeit, bestimmte Arbeitsschritte selbst zu übernehmen. Die Planung, Materialauswahl und Einweisung erfolgen durch unser Team. Kritische Arbeiten, Prüfung und Abnahme übernimmt ein ViaThermo-Meister.

So lassen sich Montagekosten deutlich reduzieren, ohne Abstriche bei Sicherheit, Qualität oder Gewährleistung. Unsere Kunden wissen dabei genau, welche Arbeiten sie selbst erledigen können und welche zwingend vom Profi umgesetzt werden müssen.

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Die Kosten beim Lüftungssystem D

System D ist technisch umfassender. Zuluft und Abluft werden mechanisch geführt, die Wärme der Abluft wird über einen Wärmetauscher zurückgewonnen.

Typische Geräte in diesem Bereich sind kompakte zentrale Lösungen wie Flux+ Flat, die auch für beengte Platzverhältnisse entwickelt wurden.

Kostenrahmen:
Meist rund 7.000 Euro oder mehr, abhängig von:

  • Umfang des Rohrnetzes für Zu- und Abluft

  • Platz für Leitungsführung

  • Aufwand für Decken- oder Bodenaufbauten

Dazu kommt, dass mehr Leitungen auch mehr Planungsaufwand bedeuten und höhere Anforderungen an die Ausführung, damit das System später leise und effizient arbeitet.

Wichtig ist dabei ein klarer Hinweis:
Die größten Kostentreiber sind nicht das Gerät, sondern Leitungswege, Deckenaufbauten und Sonderlösungen im Bestand.

Viele unserer Kunden sind überrascht, wie stark sich schon kleine Planungsentscheidungen auf den Gesamtpreis auswirken. Genau deshalb vergleichen wir Lüftungssystem C und Lüftungssystem D immer gemeinsam mit dem Grundriss und dem Sanierungskonzept.

Schicken Sie uns gerne Ihren Grundriss zu oder buchen Sie eine Beratung. Wir prüfen Ihr Projekt ehrlich, transparent und mit Blick auf das, was im Altbau wirklich funktioniert.


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Lüftungsnormen und Förderungen in Österreich

Neben Technik und Kosten spielen auch rechtliche Rahmenbedingungen und Förderlogik bei der Planung einer Lüftungsanlage eine wichtige Rolle. Sie entscheiden nicht darüber, ob eine Lüftung sinnvoll ist, aber oft darüber, wie sie umgesetzt wird.

Die technischen Rahmenbedingungen

In Österreich bildet das OIB-Richtlinienwerk den übergeordneten technischen Rahmen für Planung und Ausführung. In Wien werden insbesondere OIB-Richtlinien 5 und 6 über die Wiener Bautechnikverordnung umgesetzt. Sie betreffen unter anderem Energieeffizienz, Hygiene und Luftqualität im Wohnbau.

Für zentrale Wohnraumlüftung ist zusätzlich die ÖNORM H 6038 eine wichtige Referenz. Sie beschreibt Anforderungen an Planung, Ausführung und Betrieb kontrollierter Wohnungslüftung und dient in der Praxis als technischer Leitfaden.

Auch Förderungen orientieren sich in vielen Fällen an genau diesen technischen Rahmenbedingungen. Ob eine Maßnahme förderfähig ist, hängt daher nicht nur vom Gerät ab, sondern von der Gesamtausführung der Sanierung.

Mehr zum Thema Förderungen finden Sie in unserem ausführlichen Artikel zu Lüftungsanlagen mit und ohne Kernsanierung.

Wenn Sie bei der Förderabklärung oder beim Antrag Unterstützung benötigen, können Sie uns auch direkt kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Wie ViaThermo Sie beim Nachrüsten Ihrer Lüftungsanlage unterstützt

ViaThermo kann die zentrale Lüftungsanlage im Altbau vollständig für Sie umsetzen. Alternativ begleiten wir Sie dabei, Teile der Arbeiten selbst zu übernehmen. Rundum-Service oder mit anpacken und sparen. Sie entscheiden.

Unabhängig vom gewählten Weg beginnt jedes Projekt mit einer sauberen Planung. Wir analysieren die bestehende Bausubstanz, bewerten die Sanierungssituation und legen sinnvolle Leitungswege fest, die technisch korrekt sind und sich unauffällig in den Altbau integrieren.

So läuft ein Projekt mit ViaThermo ab

  1. Analyse vor Ort und Bewertung der Sanierungssituation

  2. Planung der Leitungsführung und Auswahl des passenden Systems

  3. Entweder vollständige Umsetzung durch ViaThermo oder begleitete Eigenleistung

  4. Lieferung von Zentrale Lüftungsanlage, Installationsmaterial und Profi Werkzeug

  5. Einweisung bei Eigenleistung dort, wo sie sinnvoll ist

  6. Abnahme durch einen Meister aus dem ViaThermo-Team

  7. Volle Gewährleistung auf das gesamte gemeinsame Bauprojekt


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Wie viel kann man sich beim Nachrüsten einer Lüftungsanlage sparen?

Bei einer zentralen Wohnraumlüftung im Altbau liegt das Einsparpotenzial durch Eigenleistung typischerweise bei: ca. 1.500 bis 3.000 Euro

Das ergibt sich vor allem aus eingesparten Montage- und Installationskosten.

Zum Vergleich:

  • Klassische Vollservice-Installation: oft 6.000 bis 8.000 Euro

  • Mit ViaThermo und Eigenleistung: häufig 4.000 bis 5.500 Euro, je nach System und Aufwand

Die Einsparung entsteht nicht durch billigere Geräte, sondern durch weniger externe Arbeitsstunden. Qualität, Sicherheit und Gewährleistung bleiben vollständig erhalten.

Wenn Sie möchten, können wir anhand Ihres Grundrisses sehr schnell sagen:

  • wo Eigenleistung sinnvoll ist

  • wie hoch Ihr konkretes Sparpotenzial bei der Lüftung liegt

  • ob System C oder System D wirtschaftlich besser passt

Fazit: Zentrale Lüftung im Altbau richtig umgesetzt

Eine zentrale Lüftung ist kein Zusatzthema, sondern ein entscheidender Bestandteil jeder gelungenen Sanierung. Sobald Gebäude dichter werden, braucht es einen klar geplanten Luftaustausch, der Feuchtigkeit, Gerüche und CO₂ zuverlässig abführt und dauerhaft für ein gesundes Raumklima sorgt.

Ob Lüftungssystem C oder D sinnvoll ist, hängt immer vom Sanierungsumfang, den baulichen Möglichkeiten und dem gewünschten Komfort ab. Wird die Lüftung früh in die Planung integriert, lassen sich Kosten senken, technische Einschränkungen vermeiden und Systeme sauber und unauffällig umsetzen.

Unser Praxisfazit: Nicht das theoretisch beste System entscheidet, sondern das realistisch umsetzbare. Genau hier liegt der Vorteil einer fundierten Planung und ehrlichen Beratung. Wer im Altbau langfristig Ruhe, Effizienz und Wohnkomfort möchte, kommt an einer zentralen Lüftungsanlage nicht vorbei.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie laut ist eine zentrale Lüftungsanlage im Altbau?

Bei sauberer Planung ist sie sehr leise. Entscheidend sind Leitungsführung, Schalldämpfer, richtige Dimensionierung und möglichst wenige Bögen. Wenn das System korrekt ausgelegt ist, wird es im Alltag kaum wahrgenommen.

Wann muss ich Fensterlüftungsgitter für System C einplanen?

Am besten gleichzeitig mit dem Fenstertausch oder spätestens in der Sanierungsplanung. Fensterlüftungsgitter sind kein Detail, das man später einfach ergänzt. Wenn Fenster und Anschlüsse bereits fix sind, wird die Umsetzung deutlich schwieriger oder teurer.

Wie viel Platz braucht das Rohrnetz bei einer zentralen Lüftung?

Für Hauptleitungen rechnet man meist mit rund 125 mm Durchmesser. Ab den Verteilern kann man oft flacher arbeiten, zum Beispiel mit Leitungen von rund 120 mm Breite und etwa 60 mm Höhe. Wie viel Platz wirklich nötig ist, hängt vom Grundriss und der geplanten Führung ab.

Wie viel Strom verbraucht eine zentrale Lüftungsanlage?

Moderne zentrale Lüftungsanlagen verbrauchen meist 100 bis 400 kWh pro Jahr. Das entspricht in Österreich etwa 30 bis 120 Euro Stromkosten jährlich, abhängig vom Stromtarif und der Anlagengröße.



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