Inhaltsverzeichnis
- Was Eigenleistung beim Hausbau heute wirklich bedeutet
- Eigenleistung beim Hausbau: Was Banken wirklich anerkennen
- Realistische Sparrechnung: Welche Arbeiten sich wirklich rechnen
- Eigenleistung in der Haustechnik: Mehr selbst gestalten, sicher sparen
- Praxisbeispiel: Wie groß der Hebel in der Haustechnik sein kann
- Heizung und Fußbodenheizung: Vorarbeiten mit Fachbegleitung
- Bad und Sanitär: Das Traumbad mit Eigenleistung gezielt günstiger umsetzen
- Elektrotechnik: Wo die Grenze aus Sicherheitsgründen klar gezogen ist
- Lüftung und Klima: Montage- und Vorbereitungsschritte
- Eigenleistung beim Hausbau: Zeitaufwand realistisch einplanen
- Rechtliches und Versicherung: Was Bauherren absichern müssen
- Warum die Abnahme durch Fachbetriebe nicht optional ist
- Eigenleistung strukturiert angehen: Checkliste für den Start
- Fazit: Eigenleistung beim Hausbau lohnt sich, wenn das Fundament stimmt
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Dieser Artikel gibt Ihnen eine ehrliche Entscheidungsgrundlage: welche Arbeiten sich wirklich lohnen, wie Banken Ihre Eigenleistung als sogenannte Muskelhypothek anrechnen, was rechtlich und versicherungstechnisch gilt und wie Sie den Einstieg konkret strukturieren. Bei ViaThermo begleiten wir Bauherrinnen und Bauherren in Wien und Umgebung genau nach diesem Modell: sicher, planbar und mit voller Kostentransparenz.
Was Eigenleistung beim Hausbau heute wirklich bedeutet
Bauherrenmithilfe ist kein Synonym für unkontrolliertes Selbermachen mit dem falschen Werkzeug und zu viel Selbstvertrauen. Eigenleistung im Sinne eines professionellen Bauprojekts bedeutet: definierte Arbeiten, die Bauherrinnen und Bauherren selbst übernehmen, eingebettet in einen klaren Plan mit abgestimmten Zeitfenstern, professionellen Materiallisten und einer verbindlichen Aufgabenteilung zwischen Eigenleistung und Fachbetrieb.
Bauherrenmithilfe vs. unkontrolliertes Selbermachen
Der Unterschied liegt im Fundament. Im strukturierten Modell weiß jeder Beteiligte, welche Leistung wann von wem erbracht wird. Der Fachbetrieb plant, gibt Vorgaben und übernimmt die norm relevanten Teile der Ausführung. Sie als Bauherrin oder Bauherr füllen klar abgegrenzte Felder aus, für die keine Meisterbefugnis erforderlich ist.
Unkontrolliertes Selbermachen hingegen erzeugt Schnittstellenprobleme. Wer etwas ausführt, das nicht ins Gesamtgefüge passt, verursacht Nacharbeiten, Haftungslücken und im schlimmsten Fall Schäden, für die keine Versicherung eintritt. Das gilt besonders beim Ausbauhaus, wo Eigenleistung oft einen größeren Anteil an der Fertigstellung hat und Koordinationsfehler entsprechend mehr kosten.
Das Modell „Eigenleistung mit Profi-Support"
Bei ViaThermo funktioniert das konkret so: Bauherrinnen und Bauherren übernehmen ausgewählte Arbeiten selbst, erhalten dabei eine professionelle Planung, das passende Werkzeug zum richtigen Zeitpunkt, hochwertiges Material direkt auf die Baustelle geliefert und die kontinuierliche Begleitung durch unsere Meisterbetriebe. Sparen und Sicherheit schließen sich dabei nicht aus, vorausgesetzt, das Fundament stimmt. Auf Basis unserer Projekterfahrung sind bei sorgfältig ausgewählten Gewerken Einsparungen von mehreren Tausend Euro realistisch; wie viel konkret möglich ist, hängt vom Projektumfang ab.
Welche Voraussetzungen wirklich zählen
Handwerkliches Grundgeschick ist wichtig, aber nicht die einzige Voraussetzung. Genauso zählen: wie viel Zeit Sie realistisch pro Woche aufbringen können, ob Sie körperlich belastbar genug sind, um mehrere Monate aktiv auf der Baustelle zu arbeiten, und ob Sie bereit sind, sich eng mit Fachbetrieben abzustimmen. Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, trifft bessere Entscheidungen als wer sich von optimistischen Hochrechnungen leiten lässt.
Eigenleistung beim Hausbau: Was Banken wirklich anerkennen
Die Muskelhypothek ist kein Marketing-Begriff, sondern ein anerkanntes Finanzierungsinstrument. Banken erkennen den Wert Ihrer Eigenleistung als Ersatz für Eigenkapital an, was eine höhere Fremdfinanzierung ermöglicht, ohne dass Sie mehr Barmittel aufbringen müssen. Allerdings gelten klare Regeln: was anerkannt wird, wie der Wert berechnet wird und welche Unterlagen Sie vorweisen müssen.
Was Banken unter anrechenbarer Eigenleistung verstehen
Österreichische Banken erkennen typischerweise nur den ersparten Lohnanteil an, nicht die Materialkosten. Konkret anerkannte Arbeiten sind in der Regel: Maler- und Tapezierarbeiten, Bodenbeläge verlegen, Trockenbau, Fliesenarbeiten, einfache Sanitärarbeiten bei entsprechender Dokumentation sowie Außenanlagen. Sicherheitsrelevante Gewerke wie Elektroinstallation oder Statik sind von der Anrechnung ausgeschlossen, weil diese einer Konzessionspflicht unterliegen und nicht durch Laien ausgeführt werden dürfen.
Der Bewertungsmaßstab: Stunden mal ortsüblicher Stundenlohn
Die Berechnung ist im Prinzip einfach: Ihre geplanten Arbeitsstunden werden mit einem ortsüblichen Handwerker Stundenlohn multipliziert. Nach häufig berichteter Praxis österreichischer Banken und Förderstellen liegen die angesetzten Stundensätze meist zwischen 15 und 30 Euro; für qualifiziertere Gewerke verwenden einzelne Institute auch höhere Ansätze bis zu 35 oder 70 Euro. Banken rechnen in Österreich meist 5 bis 15 Prozent der Bausumme als Eigenleistung an; realistisch anerkannt werden in der Praxis oft 5 bis 10 Prozent. Manche Institute erkennen dabei 80 Prozent der rechnerisch ersparten Lohnkosten als Eigenkapitalersatz an.
Welche Unterlagen Banken verlangen
Ohne Dokumentation keine Anerkennung. Banken verlangen üblicherweise eine detaillierte Aufstellung der geplanten Eigenleistungen, Kostenvoranschläge von Fachbetrieben als Bewertungsgrundlage sowie eine klare Trennung von Lohn- und Materialkosten. Dazu kommen ein realistischer Zeitplan mit Meilensteinen, Fotos der ausgeführten Arbeiten, laufende Protokolle und je nach Institut eine fachliche Bestätigung, dass die Arbeiten normgerecht ausgeführt wurden. Wer diese Unterlagen vollständig und nachvollziehbar einreicht, hat die besten Chancen auf eine volle Anrechnung. Praktische Hinweise zu bankseitigen Anforderungen und Tipps für die Einreichung finden Sie auch bei Ihrer Hausbank oder in den Ratgebern großer Institute wie der Sparkasse.
Realistische Sparrechnung: Welche Arbeiten sich wirklich rechnen
Eigenleistung lohnt sich dort, wo der Lohnanteil hoch und das Fehlerrisiko überschaubar ist. Nicht jede Arbeit erfüllt beide Kriterien gleichzeitig. Eine ehrliche Einschätzung vor dem Projektstart spart Zeit, Geld und Nerven.
Arbeiten mit echtem Einsparpotenzial
Die folgenden Gewerke bieten eine günstige Kombination aus hohem Lohnanteil und vertretbarem Ausführungsrisiko:
Malerarbeiten: ca. 94 Arbeitsstunden, bei Stundensätzen von 30 bis 60 Euro netto bedeutet das mehrere Tausend Euro Einsparung.
Bodenbeläge verlegen: ca. 89 Stunden, bei Laminat, Parkett oder Vinyl gut selbst machbar mit Anleitung.
Trockenbau: ca. 102 Stunden, hoher Lohnanteil, bei korrekter Ausführung kein Sicherheitsrisiko.
Zimmertüren einbauen: ca. 79 Stunden, überschaubare Komplexität bei guter Vorbereitung.
Ein Paket aus diesen Gewerken bedeutet 250 bis 350 Stunden Eigenleistung für ein typisches Einfamilienhaus. Bei 20 Stunden Einsatz pro Woche neben dem Beruf entspricht das drei bis vier Monaten Mehraufwand. Das Einsparpotenzial liegt, je nach Ausführungsqualität und Betrieb, bei mehreren Tausend Euro, ein Betrag, der sich in der Bankbewertung direkt auf den Belehnungswert auswirkt.
Eigenleistung in der Haustechnik: Mehr selbst gestalten, sicher sparen
Gerade in der Haustechnik bietet Eigenleistung großes Potenzial, wenn sie gut geplant und professionell begleitet wird. Bauherrinnen und Bauherren können in vielen Bereichen aktiv mitwirken und dadurch Kosten senken, ohne auf Sicherheit, Qualität und Fachkompetenz zu verzichten.
Ob bei der Vorbereitung rund um die Wärmepumpe, beim Verlegen von Dämmung und Heizrohren für die Fußbodenheizung, bei Stemmarbeiten und Leerrohren im Bereich Elektro oder bei vorbereitenden Arbeiten im Bereich Bad & Sanitär. Viele Schritte lassen sich mit klarer Anleitung sinnvoll selbst übernehmen. Die technisch sensiblen Aufgaben, etwa Anschlüsse, Inbetriebnahme, Prüfungen und Abnahmen, bleiben dabei in den Händen erfahrener Meisterbetriebe.
Bei ViaThermo verbinden wir Eigenleistung mit professioneller Begleitung. Gemeinsam legen wir fest, welche Arbeiten Sie selbst übernehmen können, wo Fachbetriebe übernehmen und wie alle Schritte sauber ineinandergreifen. So entsteht ein strukturiertes Modell, mit dem Sie aktiv an Ihrem Projekt mitarbeiten, Kosten sparen und gleichzeitig sicherstellen, dass Ihre Haustechnik zuverlässig, normgerecht und zukunftsfähig umgesetzt wird.
Praxisbeispiel: Wie groß der Hebel in der Haustechnik sein kann
Wie stark sich Eigenleistung auswirken kann, zeigt eine ViaThermo-Fallstudie für ein Einfamilienhaus mit ca. 200 m² Fußbodenheizung, 9-kW-Luft-Wasser-Wärmepumpe, Wasser-Rohinstallation für Bad und Küche sowie Klimaanlage. Die Zahlen machen deutlich: Der größte Hebel liegt dort, wo arbeitsintensive Vorbereitung und Montage sauber vom Meisterbetrieb geplant und abgenommen werden.
Projekt | Ohne Eigenleistung | Mit Eigenleistung | Ersparnis |
Wasserrohrinstallation | 12.294 € | 8.893 € | 3.401 € |
Badezimmer & WC | 14.305 € | 11.182 € | 3.123 € |
Wärmepumpe | 23.458 € | 19.504 € | 3.954 € |
Fußbodenheizung | 19.951 € | 7.711 € | 12.240 € |
Lüftung | 9.816 € | 7.656 € | 2.160 € |
Gesamt | 79.824 € | 54.946 € | 24.878 € |
Quelle/Beispielannahmen: ViaThermo Bau- & Sanierungs-Guide 2026, Fallstudie bei Eigenleistung. Alle Werte sind projektabhängige Beispielwerte und ersetzen keine individuelle Kalkulation.
In diesem Beispiel sinkt der Investitionsbetrag von 79.824 Euro auf 54.946 Euro. Die rechnerische Ersparnis von 24.878 Euro zeigt, warum Eigenleistung nicht nur bei klassischen Innenausbauarbeiten interessant ist, sondern auch in der Haustechnik - allerdings nur, wenn Planung, Materiallieferung, Einweisung und Abnahme professionell organisiert sind.
Heizung und Fußbodenheizung: Vorarbeiten mit Fachbegleitung
Es gibt sinnvolle Vorarbeiten, die Bauherrinnen und Bauherren unter professioneller Anleitung selbst übernehmen können: Verteilerboxen positionieren, Dämmung vorbereiten, Rohrleitungstrassen freimachen und vorbereiten. Diese Arbeiten haben einen spürbaren Einfluss auf die Gesamtkosten, erfordern aber eine klare Vorgabe durch den planenden Meisterbetrieb. Die eigentliche Verrohrung, die Inbetriebnahme einer Wärmepumpe und der hydraulische Abgleich der Fußbodenheizung bleiben beim Fachbetrieb.
Bad und Sanitär: Das Traumbad mit Eigenleistung gezielt günstiger umsetzen
Im Badezimmer können Bauherrinnen und Bauherren bestimmte vorbereitende Arbeiten selbst übernehmen und dadurch Kosten reduzieren. Wichtig ist dabei eine klare Trennung zwischen einfachen Vorarbeiten und fachlich relevanten Installationsschritten.
Zu den möglichen Eigenleistungen zählen zum Beispiel die Demontage und Entsorgung der alten Anlage, das Einstemmen von Leitungsschlitzen, das Verlegen von Dämmmatten sowie vorbereitende Arbeiten an der Vorwandinstallation. Auch einfache Montagearbeiten an Leitungen und Wandscheiben können je nach Projektumfang und fachlicher Vorgabe vorbereitet oder unterstützt werden.
Die Planung des Badezimmers, etwa über eine kostenlose 3D-Badplanung, hilft dabei, Sanitärobjekte, Fliesen und Leitungswege frühzeitig abzustimmen. So lässt sich besser einschätzen, welche Arbeiten selbst übernommen werden können und welche Schritte durch den Fachbetrieb erfolgen sollten.
Die finale Komplettierung, die Druckprüfung sowie der fachgerechte Anschluss an die Wasserleitungen sollten durch einen Meisterbetrieb ausgeführt werden. Dadurch bleiben die Ausführung kontrollierbar, die Dokumentation nachvollziehbar und die Gewährleistung für die fachrelevanten Arbeiten erhalten. Fliesenarbeiten können je nach Erfahrung selbst übernommen oder ebenfalls an einen Fachbetrieb übergeben werden.
Elektrotechnik: Wo die Grenze aus Sicherheitsgründen klar gezogen ist
In Österreich dürfen Arbeiten an der festen Elektroinstallation, die mit dem öffentlichen Netz verbunden ist, nur von einem konzessionierten Elektrofachbetrieb ausgeführt werden. Diese Grenze ist nicht verhandelbar. Was Bauherrinnen und Bauherren selbst übernehmen können: Kabelkanäle und Leerrohre verlegen, Schlitze stemmen, Trassen vorbereiten und Kabel in bereits verlegte Leerrohre einziehen, ohne Anschlüsse zu verändern. Alles, was mit dem Stromnetz in Berührung kommt, neue Stromkreise, Sicherungskasten, Zählerschrank und Hauptverteilung, gehört ausnahmslos in die Hände eines befugten Betriebs.
Zu konkreten Leistungsabgrenzungen und wie wir die Elektroarbeiten mit Meisterbegleitung organisieren, haben wir ergänzende Informationen zusammengestellt: Elektrotechnik vom Meister, auf Wunsch mit Eigenleistung. Für spezielle Komponenten wie Wallboxen oder EV-Ladestationen bieten wir ebenfalls abgestimmte Lösungen an (Ladestation).
Lüftung und Klima: Montage- und Vorbereitungsschritte
Kanalführungen vorbereiten, Dämmarbeiten rund um Lüftungskanäle und Montagehilfen stellen: Das ist mit Anleitung machbar und sinnvoll. Die Dimensionierung des Lüftungssystems, die Dichtheitsprüfung und die Inbetriebnahme gehören in Fachhände. Fehler bei der Dimensionierung oder undichte Verbindungen beeinflussen nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch die Luftqualität im gesamten Haus.
Eigenleistung beim Hausbau: Zeitaufwand realistisch einplanen
Eigenleistung kostet nicht nur Geld für Werkzeug und Material, sie kostet vor allem Zeit. Wer diesen Aufwand unterschätzt, gerät in Verzug und bremst das gesamte Bauprojekt. Eine realistische Zeitplanung ist deshalb kein Detail, sondern eine Grundvoraussetzung für das Gelingen des gesamten Modells.

Stundenaufwand nach Gewerk: Eine Orientierung
Bei umfangreicher Eigenleistung wird in der Fachpraxis oft mit 850 bis 1.000 Gesamtstunden gerechnet. Wer neben dem Beruf 20 Stunden pro Woche aufbringt, plant dafür drei bis fünf Monate ein. Für ein typisches Paket aus Malerarbeiten (ca. 94 Stunden), Bodenbelägen (ca. 89 Stunden), Trockenbau (ca. 102 Stunden) und Türenmontage (ca. 79 Stunden) summiert sich der Aufwand auf 250 bis 350 Stunden. Diese Richtwerte gelten für ein Einfamilienhaus mittlerer Größe und variieren je nach Hausgröße, persönlichem Tempo und Vorerfahrung.
Rechtliches und Versicherung: Was Bauherren absichern müssen
Wer selbst baut, haftet selbst. Das klingt einfach, hat aber weitreichende Konsequenzen für die Versicherungssituation, die Beweislast bei Mängeln und die Bankfähigkeit der geleisteten Arbeiten. Diese Absicherung ist kein bürokratischer Zusatzaufwand, sondern der rechtliche Unterbau, der Ihre Eigenleistung erst werthaltig macht.
Haftung für selbst ausgeführte Arbeiten
Eigenleistung fällt aus der Gewährleistung Ihres Baupartners heraus. Wenn ein Mangel entsteht und nicht klar dokumentiert ist, wer welche Arbeiten ausgeführt hat, entstehen Beweislastprobleme, die im Streitfall kostspielig werden. Schäden, die durch Ihre Eigenleistung verursacht werden, tragen Sie als Bauherrin oder Bauherr selbst. Mängel an Fremdgewerken, die auf fehlerhafte Vorarbeiten Ihrer Eigenleistung zurückgehen, können ebenfalls zu Ihren Lasten gehen, wenn die Dokumentation lückenhaft ist.
Welche Versicherungen nötig sind
Drei Versicherungen sind bei Eigenleistung in Österreich grundsätzlich zu prüfen: die Bauherrenhaftpflicht, die auch Schäden durch eigene Ausführung abdecken soll, die Bauhelfer-Unfallversicherung für Freunde und Familienmitglieder, die unentgeltlich mithelfen, sowie die Rohbauversicherung mit Prüfung auf Deckungslücken bei Eigenleistungsschäden. In Österreich gibt es keine Pflichtanmeldung privater Bauhelfer analog zur deutschen BG BAU; der Schutz wird über private Versicherungen organisiert, die ausdrücklich auf das Projekt abgestimmt sein müssen.
Dokumentation als aktiver Schutz
Fotos nach jeder Arbeitsphase, getrennte Aufzeichnungen über selbst ausgeführte und durch Fachbetriebe ausgeführte Arbeiten, schriftliche Bestätigungen der beauftragten Unternehmen: diese Unterlagen sind Ihr Schutzschild bei späteren Streitfällen. Eine lückenlose Dokumentation sichert außerdem den Versicherungsschutz, erfüllt Bankauflagen und schützt Sie vor Spätfolgen, die Jahre nach dem Einzug sichtbar werden könnten.
Warum die Abnahme durch Fachbetriebe nicht optional ist
Die professionelle Abnahme ist der Sicherheitsanker des gesamten Eigenleistungsmodells. Ohne sie fehlt die Grundlage für Normkonformität, eine zuverlässige Versicherungsdeckung und einen anerkannten Belehnungswert bei der Bank. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert, dass erbrachte Eigenleistungen rechtlich und finanziell nicht anerkannt werden.
Was bei einer Fachbetrieb-Abnahme geprüft wird
Bei der Abnahme durch den Meisterbetrieb werden Normenkonformität, Dichtheit, Sicherheitsanforderungen und korrekte Anschlüsse kontrolliert. Nur was abgenommen ist, gilt als regelkonform ausgeführt und kann in die Gesamtdokumentation des Hauses eingehen. Das gilt für Heizungs- und Sanitäranlagen genauso wie für Lüftungssysteme und elektrische Installationen.
Abnahme als Schutz für Bauherrinnen und Bauherren
Die Abnahme ist der Moment, in dem Eigenleistung offiziell dokumentiert und bewertet wird. Sie schafft die Voraussetzung für den Versicherungsschutz, erfüllt Bankauflagen für die Muskelhypothek und schützt vor Spätfolgen, die ohne fachliche Kontrolle erst nach Jahren sichtbar werden. Bei ViaThermo ist die strukturierte Abnahme durch unsere Meister fester Bestandteil jedes Projekts mit Eigenleistungsanteilen, nicht ein nachträglicher Schritt, sondern von Anfang an eingeplant.
Eigenleistung strukturiert angehen: Checkliste für den Start
Der beste Zeitpunkt für die Planung Ihrer beim Hausbau ist vor dem ersten Spatenstich. Wer diese Entscheidungen erst auf der Baustelle trifft, verliert Zeit, schafft Koordinationsprobleme und riskiert, dass Banken und Versicherungen die geleisteten Arbeiten nicht anerkennen. Die folgende Eigenleistungs-Checkliste gibt Ihnen einen strukturierten Einstieg in drei Schritten:
Schritt 1: Die eigene Ausgangssituation realistisch einschätzen
Welche handwerklichen Fähigkeiten bringen Sie mit? Wie viele Stunden pro Woche können Sie realistisch, nicht optimistisch, auf der Baustelle arbeiten? Welches Budget steht für Werkzeug und Materialien zur Verfügung? Wer diese Fragen schriftlich beantwortet und dabei ehrlich bleibt, trifft bessere Entscheidungen als wer sich von Hochrechnungen verführen lässt.
Schritt 2: Einen Zeitplan mit klaren Gewerke-Fenstern erstellen
Ihren Zeitplan muss in den Gesamtbauablauf passen. Welche Arbeiten laufen parallel zu Fachgewerken, welche brauchen einen freien Vorlauf, wer wartet auf wen? Ein abgestimmter Gewerkeplan mit klar definierten Zeitfenstern für Ihre Eigenleistung verhindert, dass Sie zum Engpass für das gesamte Projekt werden. Dieser Plan entsteht nicht allein am Küchentisch, sondern im Dialog mit dem planenden Fachbetrieb.
Schritt 3: Professionelle Begleitung von Anfang an einplanen
Die Kosten für Meisterbegleitung, Werkzeugstellung und professionelle Abnahme sind keine Mehrausgabe, sondern die Investition, die Eigenleistung beim Hausbau erst wirklich sicher und bankfähig macht. Ein Eigenleistungsmodell ohne professionellen Rahmen ist riskant; eines mit klarer Begleitung durch einen erfahrenen Meisterbetrieb ist ein verlässlicher Kostenhebel. Genau das ist das Modell, das wir bei ViaThermo gemeinsam mit unseren Bauherrinnen und Bauherren umsetzen: Planung, termingerechte Materiallieferung, Meisterbegleitung auf der Baustelle und strukturierte Abnahme am Ende jedes Gewerks.
Fazit: Eigenleistung beim Hausbau lohnt sich, wenn das Fundament stimmt
Eigenleistung beim Hausbau ist ein echter Kostenhebel, kein Mythos. Wer strukturiert vorgeht, realistisch plant und die Abgrenzung zwischen Eigenleistung und Facharbeit klar zieht, kann je nach Projektumfang mehrere tausend Euro einsparen und diese Einsparung als Muskelhypothek gegenüber der Bank nachweisen. Voraussetzung dafür sind ein durchdachter Zeitplan, lückenlose Dokumentation und ein professioneller Rahmen, der Ihre Eigenleistung absichert.
Die Grenze liegt dort, wo Sicherheit und Normkonformität beginnen: Elektroinstallationen, normrelevante Sanitärarbeiten und die Inbetriebnahme von Heizungs- und Lüftungsanlagen gehören in Fachhände. Alles andere, von Malerarbeiten über Bodenbeläge bis zu sinnvollen Vorarbeiten in der Haustechnik, lässt sich mit der richtigen Begleitung gut selbst umsetzen.
Wenn Sie wissen möchten, welche Eigenleistungen in Ihrem konkreten Bauprojekt realistisch sind, wie wir bei ViaThermo diesen Prozess strukturieren und was Sie damit tatsächlich einsparen können: Sprechen Sie uns an. Wir zeigen Ihnen, welche Gewerke für Ihr Projekt infrage kommen, liefern Ihnen das richtige Werkzeug und Material zum richtigen Zeitpunkt und begleiten Sie von der Planung bis zur Abnahme.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel kann ich mit Eigenleistung in der Haustechnik wirklich sparen?
Das hängt stark vom Gewerk ab. Den größten Hebel hat die Fußbodenheizung, weil dort viel Arbeitszeit und wenig Spezialwissen steckt: In unserer Fallstudie für ein Einfamilienhaus sinken die Kosten von 19.951 € auf 7.711 €. Über alle Haustechnik-Gewerke hinweg lag die Ersparnis in diesem Projekt bei rund 24.900 €, also etwa 31 % der Gesamtsumme. Bei der Wärmepumpe ist der Anteil kleiner, weil der Materialpreis dominiert. Wichtig: Das sind Beispielwerte. Was in Ihrem Projekt realistisch ist, sehen wir erst nach der Planung und dann steht es fix im Angebot.
Verliere ich meine Gewährleistung, wenn ich selbst mitarbeite?
Bei uns nicht. Das ist der Punkt, an dem sich unser Modell von klassischer Eigenleistung unterscheidet. Wir planen die Anlage, liefern Material und Werkzeug, weisen Sie vor Ort ein, übernehmen alle zertifizierungspflichtigen Schritte selbst und nehmen am Ende ab. Weil wir den gesamten Ablauf verantworten, gilt unsere Gewährleistung auf das komplette Projekt, auch auf die Teile, die Sie selbst gemacht haben. Wer dagegen ohne Fachbegleitung baut, trägt das Risiko tatsächlich allein.
Welche Arbeiten darf ich in Österreich überhaupt nicht selbst machen?
Die klare Grenze verläuft bei der festen Elektroinstallation, die mit dem öffentlichen Netz verbunden ist: neue Stromkreise, Sicherungskasten, Zählerschrank, Hauptverteilung. Das ist konzessionspflichtig und nicht verhandelbar. Leerrohre verlegen, Schlitze stemmen, Dosen setzen und Kabel einziehen dürfen Sie sehr wohl und genau dort liegt der Großteil der Arbeitszeit. Dasselbe Prinzip in der Heizung: Vorarbeiten ja, Inbetriebnahme und hydraulischer Abgleich nein.
Wie viel Zeit muss ich einplanen?
Ehrlich gerechnet: Für ein typisches Haustechnik-Paket sollten Sie über mehrere Wochen hinweg mit substanziellen Blöcken rechnen, nicht mit ein paar Wochenenden. Entscheidender als die Gesamtstunden ist aber, dass Ihre Arbeit ins Zeitfenster passt. Wir stimmen deshalb im Vorfeld ab, welche Arbeiten wann fertig sein müssen wer das unterschätzt, wird selbst zum Engpass und verliert die Ersparnis über die Bauzeitverlängerung wieder.
Rechnet meine Bank die Eigenleistung als Eigenkapital an?
In der Regel ja, das nennt sich Muskelhypothek. Österreichische Banken erkennen dabei nur den ersparten Lohnanteil an, nicht das Material, und setzen typischerweise 5 bis 10 % der Bausumme an. Voraussetzung ist Dokumentation: eine detaillierte Aufstellung der geplanten Arbeiten, Kostenvoranschläge als Bewertungsgrundlage, getrennte Lohn- und Materialkosten und ein realistischer Zeitplan. Weil bei uns ohnehin jedes Gewerk geplant, dokumentiert und abgenommen wird, haben Sie diese Unterlagen automatisch. Die konkrete Handhabung unterscheidet sich je nach Institut, sprechen Sie früh mit Ihrer Bank.